Laser (strahlende) Haut – Was kann die Laserbehandlung wirklich?

Lesezeit: 7 Minuten

Laser Behandlung

Der Laser in all seinen Variationen zählt in der modernen Medizin als Multitalent und wird in unzähligen Fachrichtungen verwendet. Neben der ästhetischen Chirurgie werden mit Lasersystemen Augenkorrekturen vorgenommen, Metastasen und generell Tumore können damit entfernt werden und Gewebe kann damit geschnitten, aufgetrennt oder abgetragen werden.
Neben diesen zahlreichen Anwendungsgebieten wird der Laser allerdings auch immer beliebter in der plastisch-ästhetischen Chirurgie.

Was verspricht die Laserbehandlung?

Die Behandlung von:

  • Falten: vor allem im Gesicht, Hals und Dekolleté
  • Narben (jeglicher Art z.B. durch Verletzung, OP oder Akne) und Feuermalen
  • Dehnungsstreifen und Besenreiser
  • Ganzkörperhaarentfernung und Tattoo Entfernung
  • Porenverfeinerung

Darüber hinaus wirbt die Behandlung mit:

  • Hautverjüngung für straffere und glattere Haut
  • Hautstraffung auch an Oberarmen und Oberschenkeln
  • Entfernung von Pigmentflecken, Warzen und Muttermalen
  • Verbesserter Hautregeneration
Portrait von Frau

Technik

Kurze Vorinfo:

Vorab ist es wichtig zu wissen, welche Kategorien von Lasersystemen es gibt und wie sie sich grob unterscheiden.
Die Lasersysteme, die gerne in der ästhetischen Chirurgie verwendet werden, kann man unterteilen in ablative und nicht-ablative Laser:

Ablative Laser

Diese Lasersysteme geben Lichtstrahlen einer bestimmten Wellenlänge ab. Die Lichtimpulse nimmt der Körper in Form von Energie auf, wodurch sich das Gewebe stark erhitzt. Durch diese Erhitzung können die obersten Schichten der Haut abgetragen werden und das in der Haut gespeicherte Wasser wird verdampft – deshalb auch der Name ,,ablativ‘‘.
Aber wozu das Ganze?
Einerseits wird durch die Ablösung der obersten Hautschicht die Neubildung von Hautzellen gefördert, was die Haut jugendlicher und straffer erscheinen lässt, da nun vermehrt neue Zellen gebildet werden und wieder mehr Wasser in der Haut gespeichert werden kann.
Andererseits kommt es durch die Erwärmung zur vermehrten Kollagenproduktion, da die Fibroblasten, die das Kollagen in der Haut produzieren, getriggert bzw. zur vermehrten Synthese stimuliert werden.

Bei den ablativen Laser gibt es einmal den Erbium-Yag-Laser und den fraktionierten CO2-Laser, wobei der fraktionierte CO2-Laser die erste Wahl ist, wenn es um ablative Laser geht.

Nicht ablative Laser

Bei der nicht-ablativen Variante wird kein Wasser im Gewebe verdampft, sondern es kommt lediglich zu einem kontrollierten Temperaturanstieg. Durch die Erwärmung des bestrahlten Gewebes wird auch hier die körpereigene Kollagenproduktion angeregt.
Dadurch hat man, im Vergleich zum ablativen Laser, eine viel geringere Ausfallzeit, da das Gewebe weder abgetragen, noch das Wasser darin verdampft wird.

Zu den nicht-ablativen Lasern gehören beispielsweise der Diodenlaser und der Erbium-Glass-Laser.

Diese Laser gibt es natürlich in unterschiedlichen Variationen bezüglich Pulsdauer und -frequenz als auch Wellenlänge, die dann gezielt spezifische Hautstrukturen punktuell bestrahlen und somit unterschiedliche Einsatzgebiete haben.

Bild von Hautaufbau vor und nach der Laserbehandlung

Jetzt aber zur eigentlichen Technik:

(für den fraktionierten CO2-Laser)
Nachdem man eine Stunde vorher -falls erwünscht- eine leichte Betäubungscreme aufgetragen hat, wird nun der Laserkopf langsam über die zu behandelnden Hautareale gerollt und trägt dabei die obersten Schichten der Haut ab. Dabei wird meistens gleichzeitig ein Kühlgerät an der gerade behandelten Stelle mitgeführt, um die Behandlung so angenehm wie möglich zu machen.
Nach der – abhängig vom Umfang und Hautproblem – 15 bis 60 minütigen Behandlung hat man ein leicht brennendes Gefühl auf der Haut, ähnlich wie nach einem Sonnenbrand. Aber keine Sorge, dieses Gefühl verschwindet nach einigen Stunden wieder.
Wie oft man nun diese Behandlung für optimale Erfolge in Anspruch nehmen sollte, hängt ganz davon ab, was behandelt werden soll bzw. wie tiefgreifend die Hautveränderungen sind.
Normalerweise kann man im Durchschnitt nach drei bis fünf Sitzungen sehr gute Ergebnisse erzielen, manchmal reicht aber schon eine Sitzung aus. Deshalb ist es wichtig, sich vorher von einem plastischen Chirurgen oder Dermatologen gut beraten zu lassen, der die Anzahl der Behandlungswiederholungen einschätzen kann. Aber auch hinsichtlich der Einnahme von bestimmten Medikamenten, die z.B. das Blut verdünnen, oder der Voruntersuchung von Muttermalen, solltest du dir auf jeden Fall vor der eigentlichen Behandlung einen Termin geben lassen, um das alles zu besprechen.

Vorteile

  • Vielseitige Anwendungsgebiete
  • Kaum Schmerzen oder Komplikationen
  • Computergesteuerte Flächenautomatik
    -> Das heißt das Lasersystem kann die Bestrahlungstiefe genau analysieren und sich dem entsprechenden Hautbereich anpassen, da die Haut nicht überall gleich dick ist
    ->Dadurch können sehr präzise und sichere Ergebnisse erzielt werden, was die Behandlung so effektiv macht

Der neue fraktionierte CO2-Laser hinterlässt keine rötlich, schuppende Haut wie bei früheren Lasersystemen, sondern hier sind die Abdrücke der Energieimpulse kaum zu sehen und es können sich lediglich leichte Rötungen und Schwellungen bilden. Deshalb bietet dieser Laser einen enormen Vorteil, weil man eine sehr kurze Ausfallzeit hat und schnell wieder gesellschaftsfähig ist.

Nachteile

  • 1-2 Wochen kein Sport und auch generell schonen (betrifft nicht alle Laser)
  • Nicht durchzuführen bei gebräunter Haut und bestimmten Hauterkrankungen wie Neurodermitis
  • Zu den Risiken zählen – wenn auch selten: Infektionen im Gesicht, Verfärbung der Haut

Bei größeren und längeren Behandlungen je nach Laserart kann es zu Rötungen und Krustenbildung an den behandelten Stellen kommen. Die Krusten sind ganz normal, nur dauert es seine Zeit bis sie von alleine (!) abfallen und man deshalb erst nach eins bis zwei Wochen wieder salonfähig ist und dann auch erst eindeutige Ergebnisse sieht.
Aber wie gesagt, dass hängt ganz davon ab, was behandelt wird und welches Lasersystem verwendet wird. Bei dem fraktionierten CO2-Laser, den ich vorhin schon erwähnt habe, hat man zum Beispiel eine sehr geringe Ausfallzeit, wohingegen das bei anderen Lasersystemen ein bisschen länger dauern kann.

Nachsorge

Die Nachbehandlung ist hier vor allem bei den größeren Behandlungen, bei denen sich Krusten bilden, wirklich sehr wichtig.
Wie auch beim Micro Needling sollte man ca. drei bis vier Wochen vor und nach der Behandlung die behandelten Stellen keiner direkten Sonneneinstrahlung aussetzen (z.B. durch Sonnenbäder) und nach der Behandlung Lichtschutzfaktor 50+ verwenden.
Abgesehen davon ist es ratsam, in der Zeit, in der die Haut ,,heilen‘‘ muss, auf Make-Up zu verzichten und lieber eine Heilsalbe aufzutragen und drei bis vier Tage die betroffenen Hautareale zu kühlen, um den Abheilungsprozess zu beschleunigen. Aber hier ist wirklich ein bisschen Geduld gefragt, denn es können schon mal zwei Wochen vergehen bis sich die Krusten gebildet und dann von alleine – bitte auf gar keinen Fall abkratzen! – abgefallen sind.
Ansonsten ist auch bei bestehender Indikation eine prophylaktische Antibiotika Einnahme möglich, um Infektionen vorzubeugen.

Arzt redet mit Patient

Fazit

Die Laserbehandlung ist eine sehr effektive Methode um seiner Haut jugendliche Frische, Straffheit und Volumen zu geben. Da sie so vielseitig ist kann man mit ihr nicht nur Alterungserscheinungen bekämpfen, sondern sie ist auch bevorzugtes Mittel der Wahl bei der Behandlung von Besenreisern und bei der Entfernung von Warzen, Narben oder unerwünschtem Haarwuchs.

4 Comments

  1. Ich habe mir vor 6 wochen braune Flecken an der Hand u am Dekolte wegbrennen lassen. Die Kruste ist abgefallen aber es bleiben blaue Flecken zurück.
    Ist das auf eine Pigmentschwäxhe zurückzuführen? Wird die Pigmentierung zurückkommen?
    Ich möchte gern im Gesicht eine fraktionierte Laserbehandlung durchführen aber habe viel Angst vor ev Pigmentschäden u einem fleckigen Resultat.
    Was soll ich tun, wet kann mich professionell beraten?
    Danke

    1. Hey, leider wurde dein Kommentar fälschlicherweise als Spam erkannt 🙁 die späte Antwort tut mir sehr leid. Normalerweise sollten blaue Flecken spätestens nach 3 Wochen wieder abgeklungen sein, deshalb würde ich mich auf jeden Fall an Deinen Dermatologen wenden und ihm/ihr das so schildern. Bei einer fraktionierten Laserbehandlung kann es zu einer Braunfärbung oder zu einer leichten Pigmentverschiebung kommen. Die ist dann aber nur vorübergehend und geht wieder weg, deshalb keine Sorge ?

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