Tisch mit einem Hamster, der von einem Gemüseteller isst

Das gesunde Hamstern

Lesezeit: 7 Minuten

Was gehamstert wird

Die Italiener bunkern Wein, die Niederländer horten Gras und bei den Franzosen ist die Brotnot noch immer tief verankert, weshalb scharenweise Baguette gekauft wird.

In Deutschland glaubt man dagegen eher an eine Toilettenpapierkrise, weshalb massenhaft Klopapier gekauft wird. Während in Österreich die Nagellack Vorräte ausgehen, gehen die Amerikaner einen Schritt weiter und bunkern lieber Waffen, um sich gegen das Virus und dessen mögliche Folgen zu wappnen.

Eine selbsterfüllende Prophezeihung

Jeder reagiert anders in der Corona-Krise, aber eins steht fest:
Niemand hat die Auswirkungen auf unseren Alltag, die mit der Pandemie einhergehen, kommen sehen. Für viele waren die ersten direkten Auswirkungen auf das eigene Leben die Mangelerscheinungen im Supermarkt. Trotzdem gibt es wirklich keinen Grund massig zu horten, denn auch wenn es so scheinen mag, weil man seit über einer Woche an einigen Stellen z.B. kein Klopapier oder gehackte Tomaten in Dosen kaufen kann, gibt es trotzdem keine gravierenden Versorgungsengpässe. Auf Panikkäufe folgen leere Regale, auf die dann nur wieder Panikkäufe folgen, sobald sie wieder aufgefüllt werden.

Mittlerweile gehören reihenweise leergefegte Regale zum Glück wieder eher der Vergangenheit an. Was mir aber aufgefallen ist, als die erste ‘‘Hamsterwelle‘‘ losging, war das neben Konservendosen vor allem eher ungesunde Lebensmittel gebunkert wurden – klar, viele davon halten auch wesentlich länger.

Dabei ist es gerade während einer globalen Pandemie unfassbar wichtig unserem Körper ausreichend wertvolle Nährstoffe, Vitamine und Mineralien zu geben. Damit tun wir nicht nur unserer Figur was Gutes, sondern stärken auch unser Immunsystem. Weizennudeln, Mehl und Dosenfrüchte helfen da recht wenig weiter.

Gesunde Alternativen zu Nudeln, Weizenmehl und Co.

Für alle, denen es trotzdem schwer fällt, auf Nudeln und Co. zu verzichten, habe ich hier ein paar gesündere Alternativen zusammengetragen.

Statt Weizennudeln zu kaufen, greif lieber zu Vollkornnudeln oder probiere dich an anderen Alternativen, wie Nudeln auf Linsen- oder Kichererbsenbasis. Diese haben wesentlich bessere Nährwerte und einen höheren Proteingehalt.

Wenn es den ‘‘normalen‘‘ Basmatireis mal nicht im Supermarktregal geben sollte, dann versuch es gerne mal mit Natur-, Wild- oder schwarzem Reis. Diese Alternativen gehören aufgrund ihres Nährstoffgehalts und ihrer hohen Mineralstoffwerte zu den gesündesten Reissorten.

Statt Weizenmehl kannst du dich an Vollkorn-, Roggen-, oder Dinkelmehl ausprobieren. Hier gibt es mittlerweile eine vielfältige Auswahl an gesünderen Alternativen.

Darüber hinaus brauchst du dir keine Dosenfrüchte zu kaufen, um deine tägliche Spurenelement- und Vitaminzufuhr zu erreichen. Abgesehen davon, dass man relativ schlecht abschätzen kann, wie viele Vitamine und Mineralstoffe nach längerer Zeit in der Konserve überhaupt noch vorhanden sind, gibt es einige Vitamine (beispielsweise Vitamin C), die lichtempfindlich sind und bei langem Lagern abgebaut werden. Sind wir mal ehrlich: Frisches Obst ist ohnehin deutlich schöner anzusehen und schmeckt auch besser.

Natürlich muss man hier bedenken, dass sich frisch gekauftes Obst nur sehr begrenzt hält, aber dafür hat man einen viel größeren Vitamin- und Mineralstoffanteil. Eine lang haltbare Alternative findest du auch im Tiefkühlfach. Besonders Trockenfrüchte eigenen sich für den kleinen Notvorrat.

Tisch mit Getreide, Nudeln und diversen Früchten wie Apfel und Banane

Welche gesunden Lebensmittel halten sich lange?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt jedem Haushalt stets einen Vorrat für 10 Tage vorzuhalten.

Zucchini:

Zucchini halten sich am besten an kühlen, dunklen Einlagerungsorten. Da sie Temperaturen unter 8 Grad nicht gerne vertragen, sind sie am besten in der Essenskammer oder dem Lebensmittelregal aufgehoben.

Tipp: Leg die Zucchini nicht in unmittelbare Nähe zu Äpfeln oder Tomaten, da diese die Zucchini durch bestimmte Stoffe (z.B. Ethylen) schneller reifen lassen.

Unter diesen Bedingungen bleibt sie bis zu 10 Tage frisch und lecker.

Karotten:

Karotten mögen es kalt und feucht, weshalb man sie ideal im Kühlschrank aufbewahren kann. Dort halten sie sich dann auch bis zu 10 Tagen.

Kartoffeln:

Der All-Time-Klassiker wird am besten bei niedrigen Temperaturen von ca. 4-6 Grad trocken und dunkel gelagert, weshalb sich besonders Kellerräume und Kartoffeltöpfe dafür eignen.

Unter den richtigen Bedingungen kann man Kartoffeln wochen- bis monatelang bedenkenlos lagern.

Tipp: Die Kartoffeln nicht in direkter Umgebung zu Zwiebeln legen, denn diese lassen die Kartoffeln durch Feuchtigkeitsentzug schneller reifen und faulen.

Kiwi:

Eine wahre Vitaminbombe. Diese Frucht ist reich an Vitamin C und vielen Mineralstoffen wie Magnesium, Kalium und Kalzium. Auch die Kiwi mag es dunkel und kühl, weshalb man sie für einige Wochen optimal im Kühlschrank frisch halten kann.

Äpfel:

Hier kommt es auf die Sorte an. Geeignet sind hierbei die Sorten Jonagold, Boskoop und Melrose. Diese Sorten halten sich mehrere Wochen bis teilweise sogar Monate frisch und sind unkompliziert zu lagern. Optimale Bedingungen schaffst du, indem du sie z.B. in ein offenes Kellerregal legst oder an einen Einlagerungsort, der geschützt ist vor direkter Sonneneinstrahlung und nach Möglichkeit gut belüftet ist.

Trinken nicht vergessen

Vorräte legt man in der Regel für den Katastrophenfall an. Im worst case Szenario kommt es dabei auch zur Unterbrechung der häuslichen Wasserversorgung.

Ein Mensch kann ungefähr 3 Wochen ohne feste Nahrungsaufnahme überleben. Ohne Flüssigkeitszufuhr schaffen es die meisten nur 4 Tage. Beim Anlegen eines Vorrats wird dem Lagern von Trinkwasser oft deutlich weniger Beachtung geschenkt als den Lebensmitteln.

Mengentechnisch solltest du mindestens 14 Liter Wasser pro Person und Woche sicherstellen.

hübsche Frau trinkt ein Glas Wasser

Fazit

Wenn du ein paar einfache Grundregeln beachtest, kannst du mit den Tipps von oben auch mit gesunden Lebensmitteln für einen ausreichenden Vorrat sorgen. Im besten Fall orientierst du dich beim Anlegen deines Lagers an den alltäglichen Essgewohnheiten der Personen, für die du deinen Vorrat anlegst. So verringerst du das Risiko beispielsweise Lebensmittelunverträglichkeiten nicht in der Notsituation entdecken zu müssen.

Die Corona-Krise hat uns alle kalt erwischt, weil keiner damit gerechnet hat, was dieses Virus für weitreichende Auswirkungen und Folgen mit sich bringt.

Leerstehende Regal im Supermarkt sind nicht gerade hilfreich, um gut mit dieser neuen Situation umzugehen. Aber trotzdem braucht keiner Angst zu haben absolut nirgends mehr etwas zu essen zu bekommen, denn auch laut Presseprecher des deutschen Handelsverbands, Stefan Hertel, ist die Versorgung sichergestellt. In Deutschland wird auf absehbare Zeit niemand wegen des Coronavirus verhungern müssen.

Psychologisch gesehen neigen wir bei Ansicht der (fast) leeren Regale selbst dazu mehr Lebensmittel mitzunehmen, die wir in der Regel eigentlich überhaupt nicht essen. Daraus können dann tatsächlich erhebliche kurzzeitige Versorgungsschwierigkeiten aufkommen.

Lasst uns deshalb den Teufelskreis durchbrechen, sodass von allem genug für jeden da ist und niemand vor leeren Regalen stehen muss. Seit dem 27.04. besteht bundesweit eine Maskenpflicht. Seid verantwortungsvoll und haltet euch daran.

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